Zwei Tage nach dem Launch der Marketing-Site und des Backends sind die nächsten großen App-Entwicklungen gelandet. Im Mittelpunkt: eine Smartwatch-Begleitung für Wear OS, ein Live Mode für Festivaltage und ein Crowd-Sourced-Mechanismus, mit dem User selbst auf veraltete Daten hinweisen können.
Der Ursprungsgedanke dahinter ist immer noch derselbe: Mit FestivalPilot bist du ziemlich safe, solange du nicht mit dem Handy baden gehst oder der Akku komplett schlappmacht. Ehrlich gesagt also deutlich sicherer als ein Ausdruck oder ein Zettel, der irgendwann im Zelt verschwindet.
Das war ungefähr der Moment, an dem ich dachte: Es muss eine bessere Lösung geben als ausgedruckte Schedules, die im Zelt vergessen werden, oder ein Lineup-PDF mit drei parallelen Bühnen, durch das man scrollt, bis das Display schwarz wird. Nach einer Festivalpause von Ende der 1990er bis etwa 2005, als ich zum ersten Mal wieder zu Rock im Park gefahren bin, war genau dieses Chaos sofort wieder da. Und weil wir inzwischen 2026 haben, sind daraus jetzt schon 19 Jahre Festivalleben seit dem Wiedereinstieg geworden. Die eigentliche Umsetzung lag dann trotzdem lange herum. Erst Jahre später kam mit Vibecoding genau der Moment, in dem so eine App plötzlich relativ schnell und unkompliziert baubar wurde.
Wear OS Companion — Phase 1
Festivalpilot bekommt eine eigene Watch-App. Die Phase-1-Auslieferung umfasst:
- Branded Notifications auf der Uhr — gelber Akzent, Aktionen “Got it” und “Open in App”, JSON-Payload für Folge-Routing
- WatchSyncService auf der Phone-Seite, der bei jeder Notification-Synchronisation einen Snapshot aller markierten Bands über den Android Data Layer auf die Uhr pusht
- Today-View auf der Uhr: scrollbare Liste der heute markierten Bands, gespeist aus einem DataStore-basierten
SnapshotRepository - Background Notification Handler für Action-Taps aus dem Kill-State — “Open in App” routet direkt in den Festival-Timetable
- Eigenes
:wear-Modul mit derselben Application-ID wie die Phone-App, plus Smartwatch-Settings und Instrumentierungs-Tests
Für E2E-Tests gibt es ein 1-Tages-Fake-Festival “Test Festival HEUTE”, das sich auf die Uhr synct.
Live Mode v1
Wenn ein markiertes Festival gerade läuft, springt die App in einen fokussierten Modus, der das aktuelle Festival in den Mittelpunkt stellt — Tagesnavigation, laufende Slots, Konflikte. Inklusive App-Clock für reproduzierbare Tests und einer “Vorfall melden”-CTA im Slot-Detail, die nur erscheint, solange das Festival aktiv ist.
Crowd-Sourced Datenqualität: Data Hints + Live Reports
Festival-Daten altern. Bandnamen werden umgebucht, Bühnen umbenannt, Set-Zeiten verschoben. Statt das alleine im Hintergrund zu kuratieren, kann jetzt jede:r User:in zwei Arten von Hinweisen senden:
- Data Hint — generelles Signal “diese Festival-Daten wirken veraltet”, inkl. App-Version und Locale, eingebettet im Empty-/Warning-Block des Timetables
- Live Report — slot-spezifische Vorfallmeldung während eines laufenden Festivals (z. B. Bühnenwechsel, Verschiebung)
Auf der Backend-Seite gibt es einen neuen feedback-Typ data_hint mit Admin-Aggregations-View und einen separaten Admin-Inbox-Endpoint /admin/live-reports, der eingehende Vorfälle slot-genau bündelt.
Notifications werden ehrlich
Mehrere Schmerzpunkte adressiert:
- Bug: Reminder feuerten 12 Stunden zu früh — gefixt, plus neuer Notification-Test-Sheet zum schnellen Verifizieren
- Android 16:
flutter_local_notificationsvon 17 auf 21 gehoben, Manifest-Receiver ergänzt, damit geplante Benachrichtigungen wieder zuverlässig auslösen - Inhalt: Reminder enthalten jetzt Bühne und Zeitfenster
- Clash-Warnung: Wenn zwei markierte Bands überlappen, schreibt die Notification das mit rein — Tap-to-Resolve führt direkt in den Konflikt-Screen
Bookmarks-First-Layout
Die Startseite ist umgebaut: Wer Bands markiert hat, sieht ein bookmark-driven Flagship-Layout statt Demo-Mocks. Label-Badges machen sichtbar, woher eine Empfehlung kommt. Bio-Teaser tauchen jetzt auch in den For-You-Karten auf — nicht mehr abgeschnitten.
Lineups & Bio-Abdeckung
- Wacken Open Air 2026 mit allen 155 Bands ergänzt (day-only Slots, weil der offizielle Running Order noch nicht steht)
- +8 weitere Festivals (Nova Rock, Primavera, Wacken EN, plus 5 mit Stub-Bios)
- Volle Bio-Abdeckung: 916/916 Bands haben jetzt echte deutsche und englische Beschreibungen — Pass 2 hat die letzten Lücken geschlossen
Onboarding & Permissions
- Granulare Permissions im Onboarding (Notifications und Exact-Alarm getrennt)
- Bug gefixt, bei dem das Onboarding nach Erteilung der Permissions auf “LÄUFT” hängenblieb
- Crashlytics + Analytics sind drin, aber strikt hinter Opt-in-Consent — kein Tracking ohne aktive Zustimmung
Marketing-Site
- Festival-Hub plus 9 programmatische Detailseiten gehen live
- Hero-Copy nachgeschärft: “Alle Bühnen. Eine App.” als Claim, Saison und Konflikte als Sub-Ankerpunkte
- App-Seed-Sync für Festival-Datensätze inklusive realer Set-Zeiten von Rock am Ring und Rock im Park
Was als nächstes kommt
- watchOS-Pendant zur Wear-OS-App
- App-Store-Submission iOS und Android
- Auswertung der ersten Data Hints, sobald Volumen da ist
Unterm Strich bleibt die Idee vom Anfang ziemlich unverändert: Festivalplanung sollte verlässlicher sein als Papier im Matsch und entspannter als hektisches PDF-Gescrolle. Genau deshalb fühlt sich FestivalPilot inzwischen nicht mehr wie eine nette Spielerei an, sondern wie die Lösung, die damals eigentlich schon gefehlt hat. Wer sich für Premium entscheidet, unterstützt damit einen Indie-App-Entwickler, und eine ganze Saison kostet am Ende ungefähr so viel wie ein Bier oder Getränk auf dem Festival. Und wer sehen will, an welchen Projekten sonst noch gebaut wird: remmedy ist die Medikamenten-Erinnerungs-App für iPhone, iPad und Apple Watch, Vereinsgeist die App für Vereinsleben, Teamkommunikation und Termine.